Nyan Cat Love is on Fire: "Dafür stehen wir uns auch nicht nahe genug."

Dienstag, 21. Februar 2017

"Dafür stehen wir uns auch nicht nahe genug."

Ich kann nur belächeln, welche Wendung mein geplantes Vorhaben von gestern genommen hat. Gleich nachdem ich aufgewacht bin, kam ich auf die wilde Idee, ihn noch an diesem Tag zu fragen, ob er sich mal mit mir treffen würde. Tatsächlich hielt ich die Idee für grandios und für überhaupt nicht überstürzt. Ich ging also zur Arbeit, die erste Hälfte verging und ich hatte bereits zu Mittag gegessen, als ich in die Pause ging, so wie jeden Tag. Noch immer fest entschlossen machte ich mich auf den Weg in den Personalraum. Ich habe stets eine halbe Stunde Pause und verbrachte sie mit kleinen Grübeleien und Candy Crush spielen. Letztendlich habe ich dann eine Nachricht an ihn verschickt, in der ich ihn darum bitte, mich irgendwann später einmal anzurufen, weil ich ihn gerne etwas fragen würde aber eben nicht über WhatsApp. Als ich aber die beiden Häkchen zu Gesicht bekam, die mir bestätigten, dass diese Nachricht nun auf seinem Handy aufleuchten wird, rutsche mir das Herz in die Hose. "Scheiße", dachte ich und ging zurück in meine Gruppe. Gefühlt sah man mir an, dass ich gerade etwas ganz dummes gemacht habe aber zum Glück besitzen diese Kinder noch keine ausgeprägte Empathie (bis auf einen, der hat schon wirklich Ahnung davon, was seine Mitmenschen hören wollen und was nicht und was seine Worte auslösen). Ich versuchte mich also auf meine Arbeit zu konzentrieren und saß bei drei Kindern, die sich gerade an verschiedenen Puzzles zu schaffen machten. Keine halbe Stunde später vibrierte es an meinem Körper und ich musste einfach spinksen. Natürlich hat er nicht mit "Ja" oder "Nein" oder sonst irgendwas eindeutigem geantwortet. Stattdessen hakte er bloß nach: "Worum geht es denn?" Eine bessere Gegenfrage hätte er ehrlich nicht wählen können.
Ich zerbrach mir also die restliche zweite Hälfte meiner Arbeitszeit den Kopf darüber und fand einfach keine Antwort. Erst als ich im Bus, auf dem Weg nach Hause, saß, kam ich auf die Idee das Ganze in eine andere Richtung zu lenken. Keine unbedingt bessere aber weniger unangenehme. Also antwortete ich ihm, dass ich seinen Rat wollte aber mich nun doch anders entschieden hätte. Er reagierte natürlich verwirrt aber hängte ein mir willkommenes "Egal, egal" hinten dran, sodass ich erleichtert aufatmete. Ich war nicht scharf darauf, ihm weiteres zu erklären, denn mein Plan B enthielt ihm zu sagen, dass ich überlege mit ihm Schluss zu machen. Zuhause machte ich ein Nickerchen, doch davor beantwortete ich noch seine Frage, wie es mir ginge, mit "Ganz gut und dir?" Daraufhin schrieb er: "Dann wird es ja nicht so schlimm gewesen sein". Schlaftrunken erwiderte ich: "Naja, es ist schon eine große Entscheidung" und damit hatte ich den Salat. Diskreter hätte ich ja nicht antworten können. Nachdem ich erneut eingeschlafen und wieder aufgewacht bin dachte ich, ich hätte meine Antwort bloß geträumt, doch leider war dem nicht so. Ich machte ihm also eine Sprachnachricht, in der ich ihm die Sachlage erklärte und hoffte, dass er es einfach ignorieren würde. Stattdessen aber wurde er natürlich umso neugieriger und ich fühlte mich nun irgendwie verpflichtet, ihm Antworten zu geben. Ich musste aber erstmal überlegen wie. Schreibe ich oder rede ich? Er aber gab mir Zeit, schrieb "Kein Stress" und lenkte das Thema auf etwas anderes. Eine knappe halbe Stunde später habe ich mich dann für das Reden entschieden und eine weitere Sprachnachricht verschickt, in der ich ihm erkläre, was ich überlege und wie ich ihn als erstes fragen wollte, ob er mit seiner jetzigen Exfreundin Schluss gemacht hat und wenn dem so ist, wie er das gemacht hat. Bestimmt nicht die bestmögliche Umschreibung meines Vorhabens vom Anfang aber auch nicht schlecht, finde ich. Letztendlich hat dieses Gespräch also einen ganz anderen Lauf genommen.
Ich musste erstmal verdauen, dass er ... Wie soll ich sagen, so erwachsen geworden ist. Und dass er den Nagel auf den Kopf getroffen hat, mit dem Punkt dass man in unserem Alter nicht zusammen bleiben soll und hoffen, dass das schon wieder wird. Denn das mache ich immerhin schon so lange. Folglich schrieb er, nachdem ich ihm seine Frage beantwortet habe, dass er mich da auch nicht großartig weiter beeinflussen möchte aber er versteht, dass das Hoffen da hart ist. Außerdem stünden wir uns dafür "nicht nahe genug". Okay, ich gebe zu, dass das ein wenig gesessen hat und mich das deshalb auch zu diesem Posttitel bewegt hat. Aber er hat recht. Nach gut Eineinhalb Jahren des gegenseitigen Anschweigens kann man uns natürlich nicht mehr als Freunde bezeichnen. Ich schrieb ihm aber ehrlich zurück, dass ich hoffe, dass wir es eines Tages wieder sein werden. Heute Morgen rechnete ich damit, dass er darauf nichts mehr schreiben würde und ich behielt recht, aber er hat bloß diesen Part in seiner Antwort ausgelassen. Ein neues Gespräch, mit "Guten Morgen" beginnend, hat er trotzdem angefangen und das hat mich erfreut. Klar ist das keine direkte Antwort aber auch keine Abweisung. Wir unterhalten uns wieder ganz normal über die alltäglichen Dinge und ich bin zufrieden damit. Nun gut, viel mehr habe ich jetzt auch nicht zu erzählen. Also, bis dann!

3 Kommentare:

  1. Ich freue mich immer über einen neuen Post von dir :)

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  2. Darf ich ehrlich sein? Ich versteh total, was er da denkt und kann das absolut nachvollziehen, aber zustimmen kann ich dem wirklich nicht. Um noch viel ehrlicher zu sein finde ich, dass das ein reiferes, aber trotzdem immer noch ein Produkt unserer Wegwerfgesellschaft ist, was er da von sich gibt. Es kommt - wie immer - natürlich auf die individuelle Situation und alles an, aber es ist doch völlig egal, wie jung oder alt man ist - man sollte nicht immer alles "sofort" hinschmeißen, weils für einen jetzt gerade nicht so gut ist. Denn wenn er schon von Zukunft redet - woher weiß er, dass die Person, mit der er sein Leben verbringen kann? Nur weil sie "gerade" eine schlechte Phase hat oder sowas? Es ist wirklich nicht falsch an sich zu denken, aber ich find seinen Ansatz immer noch nicht gut. Denn seine wahre Liebe oder wie auch immer man es nennen mag kann man zu JEDER Zeit treffen. Da gibt es kein Datum, das sagt, wenn du 25 bist, pass besser auf. Denn der Typ, den du seit du 16 bist kennst, kann es genauso sein und wahre Liebe bedeutet ja nicht, dass immer alles super ist. Natürlich ist auch nicht immer alles schlecht, aber...ja. Ich hoffe, du verstehst was ich meine. Tut mir leid, dass ich so ausgeschweift bin. Mich regt diese ganze Generation "beziehungsunfähig" und so weiter einfach total auf. ^^'

    Liebste Grüße, Ly. x

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    1. Hups, da ist mir doch glatt ein halber Satz entflohen.
      *Denn wenn er schon von Zukunft redet - woher weiß er, dass das nicht die Person ist, mit der er sein Leben verbringen kann?
      meinte ich natürlich.

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