An Weiberfastnacht und gestern musste ich arbeiten, was wirklich mies war, weil ich somit Donnerstag nichts machen konnte. Immerhin musste ich am nächsten Tag um 08 Uhr da sein und dann auch noch acht Stunden lang aufgedrehte Kinder um mich herum haben. Mit einem Kater wäre das bestimmt weniger lustig geworden. Jedenfalls habe ich am Abend zuvor meine Freundin gefragt, was sie denn an diesem Tag vor habe. Sie antwortete, dass sie auf eine Veranstaltung in ihrem Stadtteil ginge und dass einige der Leute, die mit uns in einer Stufe waren, dort auch hinkommen werden. Klang verlockend, also nahm ich ihr Angebot, mich anzuschließen, an. Gleichzeitig schrieb ich mit ihm und ich fragte ihn, wie er den Abend verbringen wird. Als er mir antwortete, stellte ich fest, dass wir am selben Ort feiern würden. Auf seine Gegenfrage schrieb ich ihm also zurück und seine Antwort folgte schlagartig. Eine lange Sprachnachricht kam an und ich saß mittlerweile im Pausenraum, zum Glück alleine, denn worum er mich bat, war das Allerletzte. Er sagte, dass seine Exfreundin mit unter den Leuten sei, mit denen er dorthin gehen würde und er hätte keine Lust auf Stress und dass sie ihm den Abend verdirbt. Es sei in keinster Weise meine Schuld aber er würde mich bitten ihn nicht anzusprechen oder zu ihm zu kommen. Er wüsste, dass das blöd klingt aber er hofft, dass ich es ein wenig nachvollziehen kann. Ohne weiteres antwortete ich: "Jaja, ich werde so tun als wärst du nicht da". Und ehe ich mich versah stieg ein unwohles Gefühl in mir auf. Mir gingen so viele wütende Gedanken im Kopf herum, dass ich mich gerade noch so zusammenreißen konnte, um nicht loszuweinen. Kurz vor dem Ende meiner Pause machte er eine weitere Sprachnachricht, in der er sagte, dass das wirklich gemein von ihm sei und er seufzte, dass er sehen wird, was er macht. Ich gab ein verächtliches Geräusch von mir und machte mich auf den Weg, zurück in meine Gruppe. Auf dem Weg dorthin kam mir eines der Mädchen entgegen und sie rief glücklich meinen Namen, worauf eine dicke Umarmung folgte. Ich bekam nicht viel mehr raus, als ihren Namen auszusprechen und ein wenig zu lächeln. Sie aber strahlte mich an, wie der größte Sonnenschein. Zurück im Gruppenraum setze ich mich auf einen der Erwachsenenstühle und sie kam wieder zu mir. Sie umarmte mich erneut und sagte: "Ich werde immer bei dir bleiben". Das gab mir den Rest. Meine Wut schlug um in Enttäuschung und meine Augen füllten sich mit Tränen. "Das ist schön, danke", flüsterte ich zurück und streichelte ihren Rücken. Sie sah zu mir auf und ihr Lächeln wurde weniger, als sie fragte: "Warum weinst du denn?" Ich aber beruhigte sie damit, dass ich gar nicht weinen würde und dass alles gut sei. Einige Minuten später folgte eine weitere Nachricht von ihm, da ich schließlich seine ignoriert habe. "Ach jetzt hör doch auf" und ein Smiley mit einer geraden Linie als Mund beinhaltete diese.
Nach der Arbeit antwortete ich ihm, dass er machen soll, wie er will. Ich werde ihn aber nicht ansprechen und er bräuchte sich da auch keine Sorgen zu machen.
Bei der Veranstaltung angekommen tranken meine Freundin, noch eine alte Mitschülerin und ich vor. Bis ich irgendwann seine Exfreundin erblickte, gemeinsam mit seiner kleinen Schwester und sie rief seinen Namen und den eines weiteren. Da ich wusste, als was er verkleidet sein würde, erkannte ich ihn problemlos aus weiter Entfernung und mir rutschte das Herz weg. Schließlich war das letzte Mal, als wir uns gesehen haben, nicht besonders klasse und dieses Mal hat er mich nur ein paar Stunden vorher um etwas so dämliches gebeten, dass mir der Alkohol wieder hochkommen hätte können. Er beteuerte zwar, dass seine Exfreundin ihm natürlich nichts zu sagen hätte und er das auch bescheuert finde, dass sie mich nicht mag aber ja, seine Bitte blieb. Ich stellte mich also bewusst in Position, sodass er mich sehen konnte und trank einen weiteren Schluck aus meiner Flasche. Plötzlich war seine Ex wieder bei ihm, klebte förmlich an seinem rechten Arm und ich nahm an, dass jetzt der unangenehme Teil kommen würde: Die Ignoranz. Doch er entschied sich anders. Er blieb bei uns stehen, stand mir gegenüber und begrüßte uns. Er grinste breit und einen kurzen Moment trafen meine dunkelbraunen Augen auf seine blauen. Natürlich habe ich nicht gelächelt, wofür auch? Der Grund, weswegen ich nicht mit ihm sprechen sollte, wich schließlich nicht von seiner Seite. Ich fragte mich was der Mist hier sollte und sah weg, trank noch ein paar kleine Schlücke. Irgendwann ging er dann endlich und ich war stolz auf mich, dass ich das durchgezogen habe. Mir war klar, dass er mich damit quasi um Vergebung bitten wollte aber meine Wut vom Nachmittag kam wieder auf.
So verging der Abend. Ich ignorierte ihn nach Strich und Faden, doch wenn er nicht hinsah, sah ich zu ihm. Das Verhältnis zwischen ihm und seiner Ex blicke ich kein bisschen durch, da so viel Körperkontakt zwischen den beiden ist, man könnte annehmen, sie seien bloße Freunde oder vielleicht sogar ein bisschen mehr. Ich bin nicht vor Eifersucht geplatzt, nein, aber ich war natürlich auch nicht glücklich mit diesen Szenen. Der Alkohol entfaltete jedenfalls immer weiter seine Wirkung, bis irgendwann wirklich betrunken war. Und wie so ziemlich jedes Mal, wenn ich zu viel getrunken habe, fange ich an zu weinen. Ich ging also raus und wollte mich dort beruhigen, auf der anderen Straßenseite. Ich setzte mich auf eine Treppe und weinte mir die Augen aus, bis sich auf einmal jemand zu mir gesellte. Vielleicht denkt oder hofft jetzt der Ein oder Andere 'ER!' aber Fehlanzeige. Es war keine Andere als seine Exfreundin. Ich erinnere mich nicht mehr an unser komplettes Gespräch aber im Endeffekt kam sie zu dem Entschluss, dass ich wirklich nett sei. Es kam sogar dazu, dass sie mich um meine Handynummer bat, damit ich ihr schreibe, wenn ich nachher alleine nach Hause fahre. Ein Wunder, dass ich überhaupt in dem Zustand meine Nummer in ihr Handy eintippen konnte. In diesem Rauschzustand dachte ich mir immer wieder: 'Das kann nicht gerade wirklich passieren. Das ist doch ein Witz, ich muss träumen! Nein, das ist alles echt. Ich träume nicht.' Es war unfassbar.
Ich ging zur Toilette und sah mein Gesicht. Ich konnte nicht leugnen, dass ich bitterlich geweint habe und so wollte ich nicht länger bleiben. Also ging ich zur Garderobe, schnappte meine Sachen und ging zur nächsten Bahnhaltestelle. Ich war in solch einem Trancezustand, dass ich um mich herum nichts mehr mitbekam. Ich konzentrierte mich nur darauf den richtigen Weg zu gehen und nicht dabei einzuschlafen. Irgendwann, als ich auf halber Strecke war, sah ich auf mein Handy und ich hatte eine neue Nachricht. Irgendwie wunderte es mich nicht zu sehr, dass sie von ihm war.
Naja, im Endeffekt wollte ich wirklich wenigstens einmal mit ihm gesprochen haben und ich gebe zu, dass mich seine Einsicht wirklich gefreut hat. Auch, dass er wollte, dass ich nochmal zurück komme und das nur, damit ich mit ihm rede. Das war ein schönes Gefühl, das zu lesen und wäre ich nicht so fertig gewesen, hätte ich das vielleicht sogar gemacht. Stattdessen habe ich zu dem Zeitpunkt aber schon längst geschlafen. Was von seiner letzten Nachricht noch abgeschnitten ist, ist sein letzter Satz: "Nächstes Mal reden wir beide was und nicht du und (der Name seiner Exfreundin)". Okay, wann auch immer das nächste Mal sein soll aber ich willigte ein. Ich glaube er hatte noch gut Alkohol im Blut, als er mir die Nachrichten geschrieben hat aber er war immerhin ehrlich und das ist das Einzige was zählt. Tja, so war das. Ein Abend mit einer ganz schön großen Wendung irgendwie. Sehr komisch alles gewesen und als Folge hatte ich heute einen Kater. Ich habe den Tag im Bett verbracht und Gossip Girl geguckt. Bis bald wieder! ♥




Schön wieder von dir zuhören. Irgendwie war es nicht ganz ersichtlich in deinen letzten Post ob du jetzt mit deinen Freund Schluss gemacht hast oder nicht... deswegen wollte ich dich das mal fragen :)
AntwortenLöschenOh man, da hast du ja einen ereignisreichen Abend gehabt.
AntwortenLöschenIch hoffe, ihr konntet inzwischen das ein oder andere Gespräch führen und einiges klären. :)
Liebe Grüße ♥