Nyan Cat Love is on Fire: 2014 nähert sich dem Ende.

Freitag, 19. Dezember 2014

2014 nähert sich dem Ende.

Wäre ich eine von meinen, Charlies, Leserinnen, würde ich es für eine Frechheit halten, dass sie jetzt wieder einen Post bzw. ihre Gedanken von sich preis gibt. Jedoch kann ich gerade nicht anders, als das abzutippen, was in meinem Kopf und meinem Leben vor sich geht. Haltet euch gut fest, denn ihr braucht vermutlich ein wenig Zeit hierfür.
Es ist einige Zeit seit meinem letzten Post vergangen. Mal wieder. Er und ich sind mittlerweile seit knapp 14 Monaten zusammen. Ich bereue keine Minute davon. Nun, auch bei uns kann nicht alles immer perfekt sein. Denn wir sind es eigentlich nicht. Vielleicht für den jeweils Anderen sind wir es aber wir selbst würden uns niemals im Spiegel ansehen und denken "Du bist perfekt". Gerade ich mache es komplizierter, als es sein müsste. Wie ihr wisst bin ich schon immer ein emotionaler und leicht angreifbarer Mensch gewesen und das hat sich auch kein Stück verändert. Wenn ich nun vergleichen würde, meine Liebe zu ihm als wir gerade mal einen Monat zusammen waren und wie sie heute ist, das ist ... ich finde nicht mal Worte dafür. Zu Beginn war ich mir nicht sicher, ob ich ihn jemals so stark lieben könnte, wie ich ihn geliebt habe. Im Prinzip lag ich da sogar gar nicht so falsch, denn ich liebe ihn noch so viel mehr. Es ist schön verliebt zu sein, ich finde dieses Gefühl ist fabelhaft, erst recht halt wenn es auf Gegenseitigkeit beruht aber ich finde es ist auch irgendwie ein schreckliches Gefühl. Ich könnte mich verprügeln und anbrüllen, wenn ich wegen Kleinigkeiten eifersüchtig werde oder Worte von ihm in den falschen Hals kriege oder ihn einfach nur anzicke, weil ich mal wieder irgendein Problem mit mir selbst habe. Das Schreckliche ist einfach, dass ich dieses unendliche Bedürfnis habe ihn glücklich zu machen und so wenig Stress wie möglich in sein Leben zu schieben und wenn mir das nicht gelingt, dann fühle ich mich wie die größte Versagerin und ihm nicht würdig. Ich habe das ganze Jahr über gehofft, dass meine Angst ihn zu verlieren niemals irgendwo in meinem Kopf herumschwirren, geschweige denn dominieren wird. Das Leben ist kein Wunschkonzert. Ich tue aber alles dafür, dass ich ihn nicht vergraule ... Vielleicht merkt er das nicht immer und denkt sich auch mal das Gegenteil aber ich hoffe dass er weiß, dass ich ohne ihn nicht mehr sein möchte. Ich brauche ihn, so sehr.
Mein Pflegevater liegt noch immer im Krankenhaus. Seit knapp 4 Wochen fehlt er in diesem Haus, meiner Heimat. Ich komme sehr gut mit meiner Mutter alleine zurecht, keine Frage, aber ich komme nicht damit zurecht, dass mein Alltag von Heute auf Morgen auf den Kopf gestellt wurde, denn so war es. Mit den Nierenwerten meines Vaters sah es so eine lange Zeit gut aus. Er war zwar hin und wieder müde, ihm war übel oder hatte mal leichte Schmerzen aber das Krankenhaus bzw. die Dialyse, die seine Nieren unterstützen soll, lag noch weit entfernt. "Eines Tages wird es so weit sein", dachte ich mir oft aber ich war in diesem Punkt optimistisch (man mag es kaum glauben) und war mir sogar schon ziemlich sicher, dass dieser eine Tag nicht in Reichweite liegt. Plötzlich verschlechterte sich sein Zustand und er musste operiert werden. Er bekam einen Schlauch eingesetzt und ich sah ihn erstmal eine Woche nicht, aufgrund meiner Klausurphase, die gerade erst wieder begonnen hatte - super Zeitpunkt war das! Als ich ihn dann besucht habe, wäre ich am liebsten in Tränen ausgebrochen. Ich war die ganze Zeit über, seit er nicht mehr da war, damit beschäftigt Mathe zu lernen und halbwegs hinzukriegen, sodass ich kaum noch Zeit fand, mir über meinen Vater Gedanken zu machen, wie er denn nun aussehen könnte und so weiter. Normalerweise bin ich ein Mensch, der sich auf sowas schon vorbereitet aber diesmal tat ich es nicht und ließ es auf mich zukommen. Da lag er, mein Papa. Blass, mit einem geschwollenen Bauch, wo nun ein Schlauch drin sitzt, hilflos, müde. Er hatte nicht mal seine Hörgeräte mitgenommen, sodass er noch schwacher wirkte. Er nuschelte und ich musste oft nachfragen, was er sagte. Er wirkte so viel älter, als er eigentlich ist und da ist mir klar geworden, dass die Zeit davon läuft. Er ist nicht mehr der 45-Jährige Mann, wo vielleicht gerade mal das erste graue Haar langsam zum Vorschein kommt und der mich noch hochheben und über die Schulter werfen kann. Er ist 58 Jahre alt und ich bereits 18. Mir kullerten die Tränen über die Wangen, wenn er nicht hinsah und wischte sie schnell wieder weg, wenn ich ihn ansehen wollte. Veränderungen stehen bevor. Noch kann keiner sagen wie diese aussehen werden aber sie werden da sein. Die Dialyse funktioniert, er wird ab jetzt abhängig von ihr sein und er muss sich dem anpassen. Beruflich wie privat.
Eins ist mir in dieser Zeit auch noch klar geworden: Es ist unglaublich, wie sehr ich meine Eltern liebe, die eigentlich ja im biologischen Sinne (sag ich jetzt mal) nicht meine Eltern sind. Sie haben mir ein Leben ermöglicht, über das ich mich wirklich nicht beschweren sollte und ich schäme mich zutiefst, dass ich vor zwei Jahren begann jeden Tag an den Tod zu denken und wie ich einfach mein Leben nicht mehr leben will. In dieser Zeit war ich so abgegrenzt von allem, besonders von meinen Eltern und diese Zeit werde ich nicht mehr zurückkriegen.

Die Schule läuft einigermaßen in Ordnung, auch wenn sie natürlich besser sein könnte, bei mir könnte sie das immer. Ich wünsche mir einfach nur, dass alles wieder gut wird und ich meinen Alltag wieder zurückbekomme. Ich komme nicht gut mit Veränderungen klar. Sie werfen mich um und ich liege dann da am Boden und starre erstmal den Himmel an, anstatt direkt aufzustehen. Ich möchte einfach das Gefühl wieder kriegen, alles unter Kontrolle zu haben. Mich unter Kontrolle zu haben. Ich hoffe euch geht es gut!

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