Ich dachte mein Schwein pfeift, als ich gestern Abend im Bett lag und auf mein Handy sah. Sie hatte mir per Facebook eine Nachricht geschrieben. Ja, richtig! Sie, die von ihm auf einer Hausparty geküsst wurde. Meine eigentliche Rivalin. Die, die mich auf den Tod nicht ausstehen kann, weil ich mit ihm zusammen war! Doch sie schrieb das Gegenteil. Sie schrieb, dass sie nichts gegen mich hätte und dass sie hoffe, dass ich auch nichts gegen sie. "Was?!", sagte ich leise, da mein Vater bereits nebenan schlief. Ich habe mich einfach mal auf ihre Nettigkeit eingelassen und ihr gesagt, dass ich nichts wirklich gegen sie hätte, ich aber trotzdem anderes gehört hätte. Sie stritt alles ab, doch im Nachhinein gab sie eine Antwort, die ausgesagt hat, dass das alles stimmt. Während ich mit ihr schrieb, war ich noch immer enttäuscht von ihm, da er mich ja gestern so ignoriert hat. Plötzlich aber erschien eine neue Nachricht bei WhatsApp. Auf mein "Danke :)" von vor mittlerweile vier Tagen hatte er mit einem "Bitte :)" geantwortet. Was sollte das? Ich antwortete einfach nicht und beließ es dann auch dabei. Als ich ihm dann in der Schule begegnet bin, sah er mich erst wieder nicht an. Er war auf dem Weg zum Lehrerzimmer. Ganz alleine. Ich sah ihm hinterher. Er ist so ein schöner Mensch ... Als er wieder zurück kam sah ich ihn noch immer an. Er sah erst nur stur nach vorne, doch dann wechselte sein Blick für eine Sekunde zu mir. Er begann breit zu lächeln und ging dann einfach weiter. Ich habe sein Lächeln erst erwidert, als er schon mit dem Rücken zu mir war. Selbst wenn ich es vorher zurück gegeben hätte, er hätte es nicht gesehen, da er mir ja nur kurz seinen Blick widmete. Danach war erstmal nichts mehr.
In der 10-Minuten-Pause, kurz vor Informatik, ging ich nochmal ins Foyer. In der Hoffnung, ihm vielleicht nochmal über den Weg zu laufen. Es schien hoffnungslos, da kaum eine Menschenseele vorzufinden war. Ich dachte mir, dass seine Klasse wahrscheinlich schon weg ist. Plötzlich drehte ich mich um und er ging gerade an mir vorbei. Es lief also nicht ganz nach meinen Vorstellungen, weswegen ich dann zu meinen "Freundinnen" ging. "Ich will mein Handy jetzt endlich wieder haben, wann kommt die?!" Diese Stimme. Das war er, der da sprach. Ich würde diese Stimme überall heraus hören. Ich überlegte, was er damit meinen könnte und dann konnte ich es mir erschließen: Man hat ihm das Handy abgenommen. Vermutlich von seiner Chemielehrerin, welche auch zugleich meine Kunstlehrerin ist. Ich steckte die Hände in meine Jackentaschen. Ich hatte gerade erst Kunst gehabt und könnte ihm sagen, wo sie ist. Sollte ich? Ich entschloss mich, es nicht zu tun, doch nur Sekunden später entschied ich mich wieder um. Ich atmete noch einmal tief ein und aus, ehe ich auf ihn zu ging. Er stand dort mit einem Kumpel von ihm, doch ich ignorierte dies einfach. "Handy abgezogen bekommen?", fragte ich ihn und lächelte dabei. Er fing an zu grinsen und sah lachend zum Boden, dann wieder zu mir. "Ja, von der Frau *****. Ich wollte mir das gerade im Sekretariat abholen, doch die meinten, dass die das nicht haben, also warte ich jetzt auf die." Ich sah mit einem Lächeln zur Seite und ihn dann wieder an. "Was machst du denn auch ...", meinte ich leise und er grinste mir weiterhin entgegen, ehe ich fortfuhr: "Ich hatte die übrigens gerade!" Er sah mich mit großen Augen an. "Echt?" - "Ja, in Kunst." - "Ist die noch in dem Raum, in dem ihr hattet?" Ich nickte und er sah kurz zur Treppe. "Im zweiten Stock?", fragte er. Ich nickte erneut. Er grinste seinen Kumpel an und meinte: "Dann bleibe ich lieber hier und warte, ich gehe da jetzt nicht hoch!", woraufhin ich ihn schief ansah. Ich schüttelte dann lachend den Kopf. Er unterhielt sich mit seinem Kumpel und ich blieb einfach bei ihnen stehen. Ich sah ihn hin und wieder oft an. So nahe war ich ihm schon lange nicht mehr. Ich bekam mit, dass er sein Handy schnell brauche, da er seinen Vater anrufen musste. Irgendwann kam noch eine Klassenkameradin von ihm, mit der ich mich gut verstehe und ich jammerte, dass ich auch schon frei haben möchte. "Hast du noch Unterricht?" - "Ja, Informatik ..." - "Oh." Er sah mich mit diesem ironischen Lächeln an. Ich fand es irgendwo trotzdem süß. Letztendlich bekam er es dann auch. Als er aber raus aus der Schule ging war ich schon wieder bei wem anders. Es war schon komisch mal wieder mit ihm zu reden. Dass er mich von dieser Nähe aus wieder angegrinst hat und gelacht hat. Doch jetzt weiß ich nicht, wie ich mich die restlichen Tage ihm gegenüber verhalten soll. Ich bin wirklich verwirrt und überfordert. Ich gehe schlafen ... Gute Nacht! ♥


Dein Blog ist echt toll. :) Ich mag deine Art zu schreiben irgendwie total. ;)
AntwortenLöschenLG
Adela
Ich kann mir vorstellen, dass dich das überfordert hat. Mir wäre es genauso gegangen. Ich finde es echt toll, dass du dich getraut hast ihn anzusprechen. Hätte nicht jede gemacht...ich auch nicht! ;)
AntwortenLöschenVersuch die nächsten Tage einfach so wie immer zu sein. :)
lG Nina