Ja, meine Therapeutin hat Recht. Jetzt bin ich der Mittelpunkt für mich. Ich bin jetzt immerhin die, die nun alleine hier sitzt und weiß, dass der wichtigste Mensch nun verschwunden ist. Wohl für immer. Als ich heute morgen aufgewacht bin hatte ich schon wieder Bauchschmerzen und musste sofort weinen. Es ging nicht anders, ich hab mit mir selbst geredet, die Decke angeschrien und etwas durch die Gegend geworfen. Ich hatte gehofft, dass alles nur ein blöder Albtraum war, aus dem ich endlich erwacht bin. Fehlanzeige: Alles ist wahr. Auch wenn ich am liebsten heute im Bett geblieben wäre, ich musste zur Therapie. Ich fuhr meinen langen Weg zu ihr und als ich angekommen war, war ich noch immer geknickt. Als wir uns hingesetzt haben, hat sie mich gefragt, was es denn neues bei mir gäbe. Ich erzählte ihr vorerst nur etwas über meine leibliche Mutter und danach habe ich am Ende ergänzt, dass mein (Jetzt Ex-)Freund mich gestern verlassen hat. Meine Therapeutin sah mich mit großen Augen an und fing an mich zu bemitleiden. Ich mag kein Mitleid, mochte ich noch nie, doch sie hörte auch schon schnell wieder mit diesem Blick auf. Dann fragte sie mich "Warum das denn?" und ich begann zu erzählen. Ein einziges mal kamen mir ein paar kleine Tränen in die Augen, die ich aber nicht laufen ließ. Sie fragte mich auch, ob ich noch eine Chance für ihn und mich sehe. Ich überlegte, doch ich wollte ehrlich mit mir sein: "Ich bin mir nicht sicher aber ich habe besser keine Erwartungen und Hoffnungen, dann werde ich auch nicht enttäuscht" antwortete ich darauf und sie nickte. Sie gab mir den Rat, mich erstmal etwas auszuruhen. Ich dürfte ruhig weinen und alles raus lassen, jedoch sollte ich auch wenn ich mich bereit fühle mit meinen Freunden darüber reden. Das werde ich! Mit meiner Allerbesten und Lilith! Diese Therapiesitzung heute hat gut getan, alles einfach loszuwerden.
Auf meinem Rückweg nachhause bin ich den Weg eingeschlagen, wo er mir damals seine Liebe gestanden hat (hier der Post dazu). Ich weiß nicht wieso, aber ich musste einfach dorthin. Nebenbei hörte ich Musik. Ich dachte mir, dass auch wenn es mich umbringen würde, ich wollte dort nochmal stehen. Das tat ich: Ich ging zu dem Stückchen Wald wo wir gestanden haben. Ich blieb stehen. Es war wie ein kleiner Film der in meinem Kopf abgespielt wurde, wie es damals ablief. Doch anstatt anfangen zu weinen, veränderte sich meine Mimik kein Stück. Ich ging weiter. Ich wunderte mich, warum mich das jetzt nicht fertig gemacht hat? Schließlich ging ich nachhause. Erst als ich fast da war kamen mir nochmal kurz die Tränen, doch dann war es auch wieder gut. Vorhin habe ich mir auch nochmal ein Video angeschaut, was ich ihm zum letzten Monatstag geschenkt habe. Es ist voll mit Bildern von uns und Videos, ich habe viele Dinge dazu geschrieben. Doch ich musste wieder nicht weinen. Hm, komisch. Stattdessen habe ich etwas beschlossen: Ich werde erstmal den Kontakt zu ihm abbrechen. Es wird mir vielleicht gut tun und es noch etwas mehr erleichtern. Jedoch, ich weiß nicht ob ich das wirklich durchhalte ... Mit ihm kein Wort erstmal bis die Schule wieder beginnt zu wechseln ... Ich scheitere bestimmt eh wieder ... Aber auf Facebook die Reaktionen zu unserer Trennung waren auch ganz interessant mit anzusehen, gebe ich zu:
Naja, das ändert ja jetzt auch nichts mehr daran, dass er weg ist ...



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